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Die Christenverfolgung

Beim Begriff „Christenverfolgung“ denken viele sicherlich an den Film „Quo Vadis“, in dem die erste große Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Nero im Jahre 64 n. Chr. dargestellt wird. Christenverfolgungen gab es aber nicht nur im Römischen Reich, die brutale Unterdrückung und Verfolgung von Christen zieht sich wie ein roter Faden durch die Weltgeschichte – bis zum heutigen Tage. Und viele christlichen Frauen und Männer sind als Märtyrer (griech.: „(Blut-) Zeuge“) ihrem Glauben bis in den Tod treu geblieben.

Christenverfolgungen – Warum die Christen früher verfolgt wurden

Das Christentum hielt der Christenverfolgung im Römischen Reich unter Kaiser Nero stand.

Das Christentum hielt der Christenverfolgung im Römischen Reich unter Kaiser Nero stand.

Christus (lat.: „Der Gesalbte“) starb grausam am Kreuz, eine im Römischen Reich übliche Todesart für Verbrecher und Sklaven. Aufhalten ließ sich das Christentum dadurch nicht. Es verbreitete sich schnell im gesamten Mittelmeerraum, vor allem in den sozial benachteiligten Unterschichten und der rechtlosen Sklavenschaft. Der römische Staat reagierte zunächst gelassen auf diese fulminant wachsende neue Religion, aber bereits unter Kaiser Nero kam es zur ersten staatlichen Christenverfolgung. Historiker gehen davon aus, dass Nero die Christen als Sündenböcke benutzte, um die Volkswut wegen des verheerenden Brandes in Rom auf diese religiöse Minderheit zu lenken. Die Christen, die zu Hunderten für ihren Glauben starben, gehörten damit zu den ersten Märtyrern dieser noch jungen Religion. Zu diesen Märtyrern zählten auch die Apostel Petrus und Paulus. Petrus starb am Kreuz wie Christus, Paulus als römischer Bürger wurde enthauptet. In den folgenden Jahrhunderten kam es immer wieder zu systematischen Christenverfolgungen im Römischen Reich, die letzte Anfang des 4. Jahrhunderts unter dem Kaiser Diokletian. Erst mit dem Mailänder Toleranzedikt (313 n. Chr.) endete diese Zeit der Christenverfolgungen. Da war der Siegeszug des Christentums bereits nicht mehr aufzuhalten. Heute ist das Christentum eine Weltreligion, global leben etwa 2,2 Milliarden Christen, verteilt auf verschiedene Konfessionen, unter denen die Katholiken mit ca. 1,2 Milliarden Gläubigen die größte christliche Glaubensgemeinschaft bilden.

Gibt es heute noch Christenverfolgungen?

Christenverfolgungen gibt es heute immer noch. In Ländern wie China, Ägypten oder Nordkorea werden Christen weiterhin systematisch vom Staat diskriminiert und sind oft Opfer eines gesteuerten Mobs, der sengend und brennend durch die christlichen Stadtviertel zieht, ohne dass Polizei oder Militär schützend eingreifen.

Das kirchliche Hilfswerk „Kirche in Not“ beschreibt diese und andere Repressalien, denen Christen weltweit ausgesetzt sind, in seiner Dokumentation „Christen in großer Bedrängnis“(2013). Es verwundert deshalb nicht, dass aktuell im Nahen Osten Hunderttausende von Christen ihre Heimat in Syrien, Iran oder Libanon aus Angst vor Angriffen verlassen. Die ebenfalls christliche Organisation „Open Doors“ schätzt, dass weltweit ca. 100 Millionen Christen bedroht, verfolgt und misshandelt werden.