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Religionen – so ähnlich und doch so verschieden

Religion ist schwer zu definieren. Nicht nur dass jede Glaubensgemeinschaft ihre eigenen Thesen vertritt, sorgen Religionen seit jeher für Diskussionen, Unstimmigkeiten und sogar Kriege. Der große Aufklärer Jean-Jaques Rousseau kritisierte sie als „Quelle für Machtmissbrauch und Krieg“, Karl Marx bezeichnete sie als „Opium für das Volk“. Religionen haben lange bewegte Geschichte und das Zentrum ist meist der Glaube an etwas Transzendentes – einen oder mehrere Götter. Die weltweit wichtigsten und größten Glaubensgemeinschaften sind das Christentum, das Judentum, der Islam, der Hinduismus und der Buddhismus.

Glaube von Asien bis Europa

Der Hinduismus stammt aus Indien und wird geprägt von unterschiedlichen Traditionen und verschiedenen überlieferten Schriften. Über 13 Prozent der Weltbevölkerung bekennen sich zu diesem Glauben. Der Buddhismus als viertgrößte Religion ist eine Lehre und kennt keinen Gott. Die älteste der monotheistischen Religionen ist das Judentum. Es geht auf eine über 3000 Jahre alte Geschichte zurück. Die Tora, bestehend aus den fünf Büchern Moses, bildet die Grundlage dieses Glaubens. Dabei handelt es sich um das Alte Testament. Weltweit dürfte es im Moment etwa 14 Millionen Juden geben, die großteils in Israel und Amerika leben. Geglaubt wird an Gott, der im Judentum als Schöpfer des Universums angesehen wird.

Große Weltreligionen

In unseren Breiten vorrangig ist das Christentum, das seinen Ursprung in der jüdischen Religion hat. Weltweit zählt das Christentum an die 2,26 Milliarden Anhänger. Wie im Judentum ist auch hier Gott der Schöpfer, aber das Glaubensbuch ist das Neue Testament, die Bibel. Der Glaube der Christen lässt sich auf Jesus Christus zurückführen, der als Märtyrer am Kreuz starb. Erst im 7. Jahrhundert von Mohammed in Arabien gegründet gilt der Islam heute bereits als drittgrößte Religion der Welt. Wie im Christentum haben sich auch im Islam unterschiedliche Richtungen herausgebildet, die sich glaubensmäßig unterscheiden. Die Grundlagen des Islam finden sich im Koran. Für Verunsicherung und laufende Schlagzeilen sorgen allerdings in den letzten Jahren die selbst ernannten Märtyrer des Islam. Sie „opfern“ ihr Leben – häufig verbunden mit terroristischen Aktionen – im Namen ihres Glaubens.

Sterben für den Glauben

Gerade seit dem 11. September hat das Wort Märtyrer einen negativen Beigeschmack - es deutet auf radikalisierte Religionen und Terrorismus hin.

Gerade seit dem 11. September hat das Wort Märtyrer einen negativen Beigeschmack – es deutet auf radikalisierte Religionen und Terrorismus hin.

Dabei ist Selbstmord laut Koran, ebenso wie im Christentum, untersagt und gilt als schwere Sünde. Doch der falsch verstandene Glaube und der Wunsch nach himmlischer Ehre sind stärker. Als Märtyrer gelten Menschen, die ihres Glaubens willen leiden und sterben. So hat jede der vielen Religionen ihre Märtyrer hervorgebracht, wie all die Menschen, die während der großen Christenverfolgung ihr Leben lassen mussten oder Mahatma Gandhi, Martin Luther King oder Maximilian Kolbe. Doch im Laufe der Zeit wandelte sich der Begriff deutlich und viel zu häufig werden Märtyrer von der Gesellschaft gemacht, was dazu führt, dass Religion heute sowohl für edle Werte aber auch die abscheulichsten Verbrechen, zu denen Menschen fähig sind, steht. All dies passiert leider immer häufiger im Namen der Religion – im Namen Gottes.